«KULTURSAAL BERN»

«Wir sind im grünen Bereich»

Ende 2024 gaben Kursaal und Bierhübeli bekannt, unter dem Namen «Kultursaal Bern» gemeinsam Events anzubieten. Die Verantwortlichen Isabel Niklaus und Dave Naef ziehen Bilanz.

Jean-Claude Galli
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Voller Kultursaal beim Nazareth-Konzert. Bilder: zVg

Bald sind es zwei Jahre her, seit der Kursaal und das Bierhübeli mit dem «Kultursaal Bern» gestartet sind. Grundsätzlich zeigen sich Kursaal-COO Isabel Niklaus und Bierhübeli-Geschäftsführer Dave Naef gegenüber dem Anzeiger für das Nordquartier mit der Entwicklung sehr zufrieden. «Wir sind auf Kurs und wir haben noch einiges vor», sagt Naef. «Hinter dem ‹Kultursaal Bern› stehen zwei unterschiedliche, aber sich wunderbar ergänzende Unternehmen. Der Kursaal ist vor allem im Corporate-Bereich stark verankert, das Bierhübeli in der Kultur- und Konzertszene. Im Bierhübeli haben wir 430 Sitzplätze, im Kultursaal Bern bis zu 1200. Das eröffnet uns andere Möglichkeiten. Wir können einen Act in der Region aufbauen, begleiten und ihm irgendwann eine grössere Bühne bieten. Genau das finde ich spannend.»

Die Analyse von Isabel Niklaus klingt ähnlich positiv: «Nebst der Tatsache, dass wir für Bern mehr Kultur in die Region holen, ist es für uns eine tolle Sache, Gastgeber für Kunstschaffende sein zu dürfen sowie für alle Gäste, die unsere Shows besuchen. Sie erleben 360 Grad Kursaal Bern. Inzwischen haben wir sogar zahlreiche Firmen, die eine Kultursaal-Mitgliedschaft haben und die Events als Firmen- oder Kundenanlässe wahrnehmen.» Schon vor dem Start haben sich die beiden Partnerunternehmen konkrete Gedanken zu den Zahlen gemacht. Niklaus sagt: «2026 wollten wir zehn Veranstaltungen durchführen. 2027 sollen es zwanzig, 2028 dreissig sein. Damit sind wir auf Kurs. Ungefähr die Hälfte unseres Programms besteht aus Konzerten. Die andere Hälfte verteilt sich auf Comedy, Theater, Podcasts, Musicals und Tribute-Shows.»

Zahlen und Qualität stimmen

Zu den Zahlen sagt Naef: «Wir begrüssen im Durchschnitt rund 800 Gäste. Das ist für uns eine erfreuliche Zahl und zeigt, dass wir mit unserem Programm auf Interesse stossen.» Auf die Frage nach den absoluten Highlights erwähnt er Hazel Brugger. «Und ich freue mich auf Jimmy Carr. Das Veranstaltungsgeschäft ist und bleibt anspruchsvoll. Man muss ein Programm über Jahre aufbauen, ausprobieren und immer wieder dazulernen. Nicht alles funktioniert auf Anhieb.» Auch Niklaus erinnert sich gerne an den Auftritt von Hazel Brugger und erwähnt im Bereich Comedy, Theater und Podcasts Massimo Rocchi, Beziehungskosmos oder Fabio Landert. «Produktionen wie ‹Piaf›, die Beatles-Tribute-Shows oder ‹Tubular Bells› von Mike Oldfield waren ebenfalls sehr gelungen. Wie auch die Konzerte von ‹The Hooters› und Schweizer Acts wie Stefanie Heinzmann oder Stress. Diese Vielfalt macht für mich den Reiz aus.»

Lob von den Kunstschaffenden

Die Künstlerinnen und Künstler geben das positive Feedback zurück. «Die Arena ist einmalig und bietet eine unglaubliche Atmosphäre, das hören wir immer wieder. Und auch das Kursaal Forum mit einem der schönsten Ausblicke auf die Stadt. Das beeindruckt selbst internationale Kunstschaffende, die schon auf vielen Bühnen der Welt gestanden haben», sagt Naef. Der Mix aus verschiedenen Sparten sei bewusst gewählt, sagt er. «Wir setzen auf drei Bereiche: einerseits Comedy, Theater und Podcasts. Zweitens Musicals und Tribute-Veranstaltungen. Und drittens Konzerte, die man auch einmal ganz entspannt im Sitzen geniessen kann.» Niklaus sagt zum Mix: «Wir möchten den Kultursaal Bern nicht auf eine Sparte reduzieren. Entscheidend ist für mich nicht in erster Linie das Genre, sondern die Qualität der Veranstaltung und ob sie zum Raum passt.»

Nationale Ausstrahlung

Im Berner Eventgeschäft gibt es auch andere Player. Wie wird der «Kultursaal Bern» von aussen gesehen? Naef sagt: «Natürlich sind wir Mitbewerber, aber ich bin überzeugt, dass am Ende alle davon profitieren, wenn Bern ein attraktives und vielfältiges Kulturangebot hat. Jede Veranstaltung, die über die Kantonsgrenzen hinaus wahrgenommen wird, bringt zusätzliche Menschen nach Bern. Davon profitieren die Hotellerie, die Gastronomie und letztlich die gesamte Stadt. Ich habe das Gefühl, dass inzwischen auch die Agenturen in London, Berlin oder Paris verstanden haben, dass es in der Schweiz nicht nur Zürich gibt. Bern hat als Veranstaltungsstadt unglaublich viel zu bieten. Wir müssen das noch stärker zeigen.»

Positive Zukunft

Naef wie Niklaus sind überzeugt, dass es den «Kultursaal Bern» auch in zehn Jahren noch gibt. «Ich glaube sogar, dass Live-Erlebnisse in den kommenden Jahren noch an Bedeutung gewinnen werden», so Naef. «Wir leben in einer Welt, in der immer mehr digital stattfindet. Gerade deshalb wird das gemeinsame Erleben eines Konzerts, einer Show oder eines besonderen Abends noch wertvoller.» Und Niklaus meint: «Wir sind nahe am Publikum, beobachten neue Entwicklungen und haben in den vergangenen Jahren immer wieder neue Trends erkannt und erfolgreich in unser Programm integriert. Deshalb mache ich mir keine Sorgen. Im Gegenteil: Ich freue mich darauf, was noch alles kommt.»

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Auch beim Hooters-Konzert ging die Kultursaal-Post voll ab.
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