Erfahrung, Neuerungen und vor allem viel Vorfreude
Am 5. September findet das Herzogstrassenfest statt. Zum dritten Mal organisiert ein junges Team das älteste Strassenfest im Nordquartier. Der Erfolg der zwei ersten Ausführungen unter ihrer Regie ist der Lohn für die mutige, ehrenamtliche und kreative Arbeit des Organisationskomitees. Weitere Helferinnen und Helfer würden dabei die Krone aufsetzen.
Nina Sonderegger und Sayanthan Jeyakumar vom Organisationskomitee haben sich trotz zweifacher erfolgreicher Durchführung diese zurückhaltende Art erhalten, die ihnen schon vor der ersten Ausgabe im Jahr 2024 eigen war. Ja nicht überborden, scheint ihr Motto für die Organisation des Festes zu sein. Der bisherige Erfolg gibt ihnen Recht. Innovationen sind willkommen, eine Umsetzung von Neuerungen, die schrittweise erfolgt, ist für sie genauso wichtig und eine interne Auslegeordnung nach dem Fest gehört ohnehin dazu. «Letztes Jahr haben wir erstmals bereits am Freitagabend begonnen, ab 17 Uhr bis 21 Uhr», blickt Nina Sonderegger auf eine letztjährige Neuerung zurück, die sich bewährt hat und beibehalten wird. Eine sympathische Eröffnung vor allem für die unmittelbaren Bewohnenden des Quartiers sei es gewesen, sozusagen ein Warm-up mit einem kleinen Angebot an Essen und Getränken, untermalt von einem DJ.
Der kleine Auftakt am Freitag
«Vor einem Jahr wollten wir es einfach mal ausprobieren, dieses Mal rücken wir den Freitagabend stärker in den Vordergrund», begründet die Mitorganisatorin diese Massnahme. «Die Strasse ist ja ohnehin bereits gesperrt und in diesem kleinen Rahmen kommt es schnell zu einem unkomplizierten Austausch zwischen den Bewohnenden und uns vom OK.» Am Samstag werden es dann 16 Foodstände sein mit einem sehr gemischten Angebot; von Fischknusperli bis Falafel, von Bratwurst bis Empanadas. Den Organisierenden ist wichtig, die Essgewohnheiten aller Besuchenden abzudecken und auch diesbezüglich niemanden auszuschliessen.
Für die gewünschte Vielfalt des Strassenfestes steht ebenfalls das musikalische Programm. Ab Mitte Nachmittag bis zum Ausklang des Festes stehen vier Acts mit unterschiedlichen Stilrichtungen auf der Bühne. «Wir sind sehr froh und dankbar», sagt Sayanthan Jeyakumar, «dass wir mit ‹musicline› eine professionelle Booking-Agentur an unserer Seite haben. Für einen vereinbarten Fixbetrag engagieren sie die Bands und sind verantwortlich für die Bühne mit allem Drum und Dran.» Somit sei der grösste Posten auf der Ausgabenseite berechenbar; die Einnahmen, fährt er fort, «entstehen vor allem durch die Gebühr der Standbetreiber, durch den Erlös aus den Getränkeständen, die wir selbst betreiben, und durch Sponsoringbeiträge.»
Neu mit Tombola
Die Kreativität der Organisatoren zur finanziellen Unterstützung war dieses Jahr einmal mehr gefordert. «Mit der Gewinnung von Sponsoren im Quartier sind wir in der Vergangenheit nicht so richtig vorwärtsgekommen», gibt Sayanthan Jeyakumar unumwunden zu, «deshalb lancierten wir für dieses Jahr eine Tombola.» Darauf hätten die Firmen und Geschäfte im Quartier stärker angesprochen als auf ein Sponsoring in Form eines Geldbetrages, fährt Nina Sonderegger fort: «Das Los kostet einen Franken. Mit etwas Glück gewinnt man damit beispielsweise eine Kaffeemaschine oder einen Gutschein für ein Essen im Restaurant.» Und sie mag nicht verheimlichen, dass die Gewinnchance durchaus intakt ist, so etwa mit 10 Franken sei man vermutlich bereits auf der Trefferseite. Ansonsten und im Grossen und Ganzen wird das Quartierfest abgehalten wie in den Vorjahren. Will heissen mit Kinderflohmi und Spielplatz auf der Kasernenwiese, Marktständen und dem Flohmi im Breitsch-Träff, mit dessen Erlös sich der Quartiertreff an der Finanzierung des Festes beteiligt.
Optimismus und Zurückhaltung
Und tatsächlich, letztes Jahr wurde ein Gewinn erwirtschaftet und dieser wurde entsprechend dem Statement des Vorstandes bei seinem Antritt an Vereine im Quartier ausgeschüttet. Es läuft erfreulich gut, rund um das Herzogstrassenfest. Die Besucherzahlen zeigen, dass die Besucherinnen und Besucher zufrieden sind mit dem Anlass. Das OK-Team kann ebenfalls zufrieden sein und ist es auch, die Mitglieder bleiben optimistisch, werden aber nicht euphorisch. Weil sie sich bewusst sind, dass es keine Erfolgsgarantie gibt und dass viele Dinge zusammenpassen müssen, um etwas Grosses zu realisieren. Nina Sonderegger weiss das: «Nebst Helferinnen und Helfern für das bevorstehende Fest suchen wir Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich gemeinsam mit uns zu engagieren. Das ist die Voraussetzung, dass unsere Idee des Quartierfestes weiterlebt. Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen, unverbindlich an einer unserer Sitzungen teilzunehmen.»
HELFER:INNEN GESUCHT
Das Herzogstrassenfest ist auf freiwillige Unterstützung angewiesen (für den Auf- und Abbau, für Bar und Foodstände und weitere Aufgaben). Interessierte sind auch kurz vor Beginn des Festes willkommen.