POSTFINANCE-ARENA

So soll der «Eishockey-Tempel» in Zukunft aussehen

Noch will der SCB nichts über sein künftiges Stadion sagen. Doch ein Artikel von Hockey-Journalist Klaus Zaugg bringt schon jetzt viele Infos auf den Tisch.

Jean-Claude Galli
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Bild: @ Wikipedia

Am 24. August findet beim SCB die traditionelle Pressekonferenz vor der am 15. September beginnenden neuen Saison statt. Noch ist nicht klar, ob dann auch die Stadion-Frage thematisiert wird. Hinter den Kulissen wird zwar bereits seit Längerem und mit Hochdruck an der Zukunft der PostFinance-Arena gearbeitet. Doch bis nicht alle Investoren-Verträge abgeschlossen sind, herrscht seitens SCB Funkstille. Auch weil die Arena dem börsenkotierten Unternehmen Swiss Prime Site AG gehört. Eine entsprechende Interviewanfrage des Anzeigers für das Nordquartier wurde vom SCB jedenfalls abschlägig behandelt.

Um Licht ins Dunkel zu bringen und weil die Gerüchteküche im Nordquartier heftig brodelt, lohnt es sich deshalb sehr, den Anfang Juli publizierten Artikel von Klaus Zaugg auf dem Newsportal «Watson» von CH Media zu studieren, aus dem wir hier mit freundlicher Genehmigung einzelne Passagen wiedergeben. Zaugg ist der bestinformierte Hockeyjournalist des Landes und irrt sich in seinen Urteilen höchst selten. Gemäss Zaugg sagte der frühere SCB-Chef Marc Lüthi nach Erscheinen des Artikels auf seine Frage, wie es denn nun um den Stadionbau stehe: «Was fragst du mich, du hast ja schon alles geschrieben.» Also könne davon ausgegangen werden, dass seine Informationen der Wahrheit entsprächen, so Zaugg gegenüber dem Anzeiger für das Nordquartier.

Umbau auf derselben Fläche

Bisher ist der SCB Generalmieter der Arena. «Läuft alles wie vorgesehen, wird der SCB künftig Besitzer sein. Eine Investition, die amortisiert werden kann. Weil dann nicht nur alle Erträge in die SCB-Kasse fliessen, sondern auch keine Mietkosten mehr abfliessen», so Zaugg im «Watson»-Text. «Die Standortfrage ist inzwischen entschieden. Alle Neubauprojekte sind in der Schublade verschwunden. Der Grund: Einsprachen würden im Falle eines Neubaus an einem neuen Standort das ganze Geschäft auf Jahre hinaus blockieren. Zügig kann das Stadionproblem nur mit einer Sanierung am aktuellen Standort gelöst werden. Wobei die Bauarbeiten den Spielbetrieb schon ein wenig beeinträchtigen werden. Der SCB kann während der Arbeiten am Stadion nicht vorübergehend in eine andere Arena zügeln. Es gibt kein Ausweichstadion, das auch nur die Saisonkartenbesitzer aufnehmen könnte.»

Zur Dauer des Umbaus schreibt Zaugg: «Für den Umbau bzw. die Sanierung werden rund 15 Monate veranschlagt. Die Umbauzeit wird daher auf drei Jahre verteilt. Während knapp fünf Monaten pro Jahr werden keine Meisterschaftsspiele ausgetragen und es kann Vollgas gebaut werden. Ein Umbau bei laufendem Spielbetrieb bringt zwar Unannehmlichkeiten für alle, ist aber machbar.»

Fassungsvermögen für 15 000 Fans, Kosten über 100 Millionen

Zur Art des umgebauten Stadions heisst es bei Zaugg: «Gebaut wird in Bern ein reines Hockey-Stadion. Da die neue Festhalle gleich nebenan steht und etwa im Bereich der Gastronomie mit dem SCB zusammenarbeitet, macht es wenig Sinn, diese Einrichtung mit kulturellen Veranstaltungen zu konkurrenzieren.»

Zaugg schreibt zum Fassungsvermögen: «Vorgesehen sind rund 15 000 Plätze (bisher 17 031) und davon nur noch 4000 bis 6000 für Stehplatzfans. Die legendäre Stehrampe auf der Längsseite verschwindet und die Stehplätze kommen hinter einem der beiden Tore näher ans Spielfeld heran. Die Stimmung wird so besser sein. Der aktuelle VIP-Bereich passt hingegen weitgehend unverändert auch ins neue Stadion. Die rundum erneuerte Arena wird nicht mehr Grundfläche beanspruchen als die alte.»

Die Anschlüsse für den privaten und den öffentlichen Verkehr seien bereits vorhanden und eine Mehrbelastung durch höheres Verkehrsaufkommen gebe es nicht. «Daher entfällt der ganze Bewilligungs- und Einspracheprozess, der ein solches Projekt jahrelang blockieren kann. Der SCB wird drei Saisons in einer Baustelle spielen. Die neue bzw. rundum erneuerte Arena wird mehr als 100 Millionen Franken kosten. Die Finanzierung werden weitgehend private Investoren übernehmen. Eine Volksabstimmung ist auch nicht erforderlich.» Ziel sei es, die neue Arena 2031 einzuweihen, wenn der SCB 100-jährig wird.

SCB-Gastro-Zweig wird umgeformt

Nicht nur das Stadion gibt zu reden, sondern auch die laufende Reorganisation des SCB-Gastro-Geschäftszweiges. Offenbar will der SCB in diesem Bereich Stellen abbauen und mehrere bekannte Restaurants loswerden. Lüthi-Nachfolger Jürg Fuhrer, der sein Amt am 1. Mai dieses Jahres angetreten hat, möchte die Gastro-Abteilung offenbar auf das Kerngeschäft Stadion und die Umgebung des Stadions konzentrieren. Die Pachtverträge der restlichen Gastrobetriebe würden entweder von den bisherigen Wirten übernommen wie beim «Lago» in Hinterkappelen (auf Ende September 2026) oder an neue Pächter übertragen, wie Zaugg schreibt.

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Bild: zVg

FOKUS AUF KERNSTANDORTE

Im Rahmen ihrer strategischen Weiterentwicklung konzentriert die Sportgastro AG ihre Aktivitäten künftig noch stärker auf ihre Kernstandorte.

Im Zuge dieser strategischen Ausrichtung werden im BäreTower in Ostermundigen das Uma Tower Restaurant und das Restaurant Osito von der Nilovic + Nilovic KLG übernommen. Mit Nilo und Stevo Nilovic, die u.a. das Ristorante Luce am Waisenhausplatz erfolgreich führen, konnte eine regional bestens verankerte Nachfolgelösung gefunden werden. Die Restaurants wurden bereits mit Beginn der Sommerpause geschlossen. Die Übergabe des Betriebs erfolgt im Verlauf des Septembers 2026. Für sämtliche Mitarbeitenden konnten einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Seitens der Sportgastro AG erfolgen keine Kündigungen.

Mit der Konzentration auf ihre Kernstandorte schafft das Unternehmen die Grundlage, ihre gastronomischen Angebote gezielt weiterzuentwickeln und ihren Gästen auch künftig ein hochwertiges Erlebnis zu bieten.

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