Corinnas Quartier Talk mit Therese Von Werdt
Therese ist Gartenflüsterin, Waldflüsterin, Tierkommunikatorin und begleitet Naturaufstellungen. Sie bringt den Menschen die Natur näher, erfühlt Umgebungen und ihre Bewohner*innen und spricht mit Tieren, in Natura oder in Verbindung, will heissen, ohne dass die Vierbeiner vor ihr sitzen.
Therese von Werdt ist vor wenigen Wochen vom Land ins Nordquartier gezogen und geniesst hier den kleinen Garten und die Nähe zu Menschen. Ihr Beruf und ihr Umzug haben uns bewogen, Therese zu befragen und sie den Bewohner*innen hier näher vorzustellen.
Was hat dich bewogen, das Land zu verlassen und ins Nordquartier zu ziehen?
Lange lebte ich auf dem Land und genoss das sehr. Die Stille und die Nähe zur Natur taten mir und meiner Arbeit sehr gut. Doch immer mal wieder schaute ich auch Wohnungsinserate in der Stadt an, da ich fühlte, dass ich früher oder später näher an die Stadt, oder noch lieber in die Stadt, ziehen wollte. Näher zu den Menschen, ins pulsierende Leben.
Hattest du keine Bedenken von der Stille ins eher «laute Leben» zu wechseln?
Oh doch, das hatte ich schon, da ich zum Arbeiten und auch zum Leben viel Ruhe und Zurückgezogenheit brauche. Ich überlegte es mir gut. Durch einen inneren Prozess wurde mir klar, dass ich bereit dazu bin, die Herausforderung anzunehmen. Es gehört zu meinem Wesen, dass ich versuche mich zu öffnen, um mich weiterzuentwickeln.
Du hattest Glück und hast eine Wohnung mit einem kleinen Garten gefunden. Wie fühlte es sich an, als du die Zusage erhalten hast? Und wie fühlt sich der Garten mit dir als neuer Bewohnerin?
Ich war sehr aufgeregt, glücklich. Und natürlich auch etwas gespannt auf das neue Leben. Ich bin offen und freundlich von den Hausbewohner*innen empfangen worden, was mir das Einleben leicht machte.
Wie sich der Garten mit mir fühlt? Wir sind uns sachte am Annähern. Ich beobachte ihn und nehme wahr, was da ist, wie er sich anfühlt. Auf seine Weise tut er das ebenso mit mir. Ich bewundere die blühenden Rosen und ich giesse sie und einzelne weitere Pflanzen, die am Verdursten sind. Beim morgendlichen Frühstück im Garten sehe und höre ich grössere und kleinere Tiere, die verschiedenen Pflanzen, und nehme die Stimmung wahr. Aber gefragt habe ich den Garten noch nicht, es gab für mich keinen Grund dazu. Ich weiss aus Erfahrung, dass die Pflanzen uns Menschen sehr wohl auch wahrnehmen.
Du bist unter anderem Tierkommunikatorin. Kannst du denn Leser*innen in zwei, drei Sätzen erklären, was du machst bzw. wie du dabei vorgehst?
Meine Hauptarbeit ist die Tierkommunikation. Jemand möchte z. B. wissen, wie es seinem Tier geht. Die Person ruft mich an und sagt mir, um was es geht, was sie wissen möchte. Später setze ich mich hin zur Meditation, öffne meine innere Wahrnehmung und kommuniziere so mit dem Tier. Ich nehme wahr, was es mir zeigt, mein Verstand übersetzt es in unsere Sprache. So kann ich danach an einem weiteren Telefongespräch erzählen, was das Tier mir mitgeteilt hat, was es evtl. für Wünsche oder Vorschläge hat usw.
Wie reagieren die Menschen, die Tierbesitzer*innen, wenn du ihnen die Botschaft mitteilst?
Meistens sind sie berührt vom Gehörten. Es sind zum Teil sehr tiefgründige Botschaften, die einen umfassenderen Blick auf das Thema geben können. Die Aussagen sind immer wertschätzend und von der Liebe zwischen Mensch und Tier getragen.
Welche besonders schöne Geschichte kannst du über eine solche Tierbegegnung erzählen?
Gerne lasse ich den Kater gleich selber sprechen:
«Ich spüre, wie wichtig es für dich ist, diese Tage wegzufahren. Natürlich wird es hier gleich etwas dunkler ohne dich. Aber, wer bin ich denn, keinesfalls wollte ich dich davon abhalten. Wir haben schon viel miteinander erlebt, ich bin glücklich, an deiner Seite sein zu dürfen. Meine liebe Menschenfreundin, auch ich spüre deine grosse Liebe, sie findet in mir ein grosses Echo. Ach, ich bin ein Plauderer. Es ist so schön, mich ausdrücken zu können; meine Liebe zu dir, mein Glück und meine Freude am Leben!»
Du bist auch Garten- und Waldflüsterin. Was können wir uns darunter vorstellen?
Tierflüstern, Pflanzenflüstern, Gartenflüstern, diese Bezeichnungen habe ich abgeleitet vom Film «Der Pferdeflüsterer».
Ich «lausche und flüstere», es ist eine leise, sogar unhörbare Kommunikation. Ob ich nun mit Tieren, Pflanzen, Orten oder was auch immer kommuniziere, es ist stets dieselbe Herangehensweise, dieselbe Art, miteinander im Austausch zu sein.
Beim Garten- oder Waldflüstern handelt es sich um Kurse, die ich in einem Garten oder Wald anbiete. Die Teilnehmer*innen kommen für zwei oder mehr Stunden, um sich zu entspannen, sich der eigenen Wahrnehmung für das Unhörbare zu öffnen und es zu geniessen.
Menschen können sich an dich wenden, wenn sie erfahren möchten, ob sie an einem energetisch guten Ort leben. Gibt es auch hier eine besondere Geschichte zu erzählen?
Dazu fällt mir kein aktuelles Beispiel ein. Ich kann mit der Qualität des Ortes in Kontakt kommen, in einer Meditation, wie oben beschrieben, oder im Rahmen einer Naturaufstellung (ähnlich wie das Familienstellen). Diese Erfahrungen halte ich nicht schriftlich fest und vergesse sie meist wieder.
Empfängst du auch Botschaften von Pflanzen und Tieren, wenn du alleine unterwegs bist?
Nein, ich empfange keine Botschaften, zum Glück nicht. Sonst wäre ich wohl umgeben von unendlich vielen Eindrücken. Ich muss und will mich ausrichten auf ein Gespräch mit einem bestimmten Wesen und mit einer klaren Absicht. Natürlich erhalten wir alle Eindrücke aus unserer Umgebung. Meist geschieht das unbewusst, oder wir wollen uns auf etwas Bestimmtes ausrichten. Gerne begrüsse ich die Katzen im Garten und schaue, ob sie mit mir in Kontakt kommen wollen. Das tue ich aber nur auf die übliche Art, wie das alle Menschen tun würden. Ich habe für mich eine klare Regel, dass ich bei domestizierten Tieren nie ungefragt in einen tieferen Kontakt trete, das wäre unethisch.
Übrigens frage ich jedes Wesen zu Beginn einer Kommunikation, ob es mit mir sprechen will.
Wie geht es dir hier im Quartier? Fühlst du dich wohl?
Ich kannte die Lorraine bisher kaum und bin sehr erfreut, wie vielfältig und lebendig es hier ist. Ich fühle mich wohl und gut aufgehoben. Und ich freue mich auf weitere Begegnungen und Erlebnisse.
Wird es auch Angebote mit Pflanzen hier im Quartier geben?
Viele Jahre bot ich im Stiftsgarten in Bern regelmässig Kurse zum Gartenflüstern an. Zurzeit habe ich jedoch nichts geplant. Bei Bedarf bin ich gerne bereit, hier im Quartier oder anderswo etwas anzubieten. Über allfällige Kontaktaufnahmen würde ich mich freuen und bin offen für Vorschläge und Ideen.
Herzlichen Dank für Zeit und Antworten und weiterhin gutes Ankommen hier im Nordquartier!
therese.vonwerdt.com
facebook.com/therese.vonwerdt
instagram.com/vonwerdttherese
Telefon 031 961 22 42