ALLMENDEN

Stossrichtung für weitere Planung

Nach Abschluss der öffentlichen Partizipation zur künftigen Gestaltung und Nutzung der Allmenden hat der Gemeinderat die inhaltlichen Stossrichtungen für die weiteren Planungsschritte festgelegt. Die Allmenden sollen ein multifunktionaler Freiraum bleiben, wobei eine Balance zwischen den Interessen der freien Nutzung sowie von Sportvereinen und Veranstaltenden zu wahren ist. Inklusive Allmend-Parking. Was nicht nur gut ankommt.

mgt/cae
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Grossflächig: Luftaufnahme der Grossen und der Kleinen Allmend. Bild: zVg

In der ersten Phase der Testplanung erarbeiteten drei Fachteams Vorschläge zur Neuordnung der vielfältigen Nutzungen auf der Grossen und der Kleinen Allmend (vgl. AfdN 12/2025 sowie 1/2 2/2026). Die Testplanung hat aufgezeigt, welches Potenzial für die Weiterentwicklung der Allmenden besteht. Sie hat neue Perspektiven für Freiraum, Sport, Veranstaltungen, Biodiversität und Klimaanpassung eröffnet. Gleichzeitig wurden Zielkonflikte sichtbar und es zeigte sich, dass keine einzelne Lösung sämtliche Ansprüche vollständig erfüllen kann. In einer zweiten Phase wurde eine öffentliche Mitwirkung zu den Vorschlägen durchgeführt und Ende Februar 2026 abgeschlossen. Die vielfältigen Mitwirkungsangebote wurden von Bevölkerung, Vereinen, Quartierorganisationen und weiteren Interessengruppen rege genutzt.

Balance zwischen vielfältigen Interessen

Die Mitwirkung hat bestätigt, welch hohe Bedeutung die Allmenden als Freiraum, Sport-, Veranstaltungs- und Erholungsraum für die Stadt Bern besitzen. Die Rückmeldungen zeigen ein grosses Bedürfnis nach einer ausgewogenen Weiterentwicklung der Allmenden, welche die unterschiedlichen Nutzungen miteinander verbindet und die Allmenden als vielfältigen Freiraum für die Bevölkerung stärkt. Vor dem Hintergrund des bisherigen Prozesses hat der Gemeinderat folgende Eckwerte für die weiteren Planungsschritte festgelegt:

  • Freiraumqualität: Die Allmenden sollen in ihrer Funktion für Bevölkerung, Stadtklima und Biodiversität gestärkt und weiterentwickelt werden. Zusätzliche Bäume und beschattete Orte zum Verweilen, wie zum Beispiel ein überdachter Pavillon, sollen die Allmenden widerstandsfähiger gegenüber Hitze machen und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Versiegelte Flächen werden auf das funktional erforderliche Minimum beschränkt und befestigte Flächen möglichst sickerfähig ausgestaltet.
  • Parkierung: Die heutige oberirdische Veranstaltungsparkierung soll unter Berücksichtigung der Richtplanvorgaben aufgehoben werden, um mehr Freiraum für andere Nutzungen zu schaffen. Die vom Stadtrat im Grundsatz unterstützte unterirdische Einstellhalle unter dem Zirkus-/Hyspaplatz soll als Hauptszenario weiterverfolgt werden. Die Anlage ist in ihrer Dimensionierung jedoch auf das nötige Minimum zu beschränken. Dazu werden alternative Parkierungslösungen vertieft geprüft.
  • Sport: Die Allmenden sollen auch künftig ein wichtiger Standort für den Sport bleiben. In Abstimmung auf die übrigen räumlichen Rahmenbedingungen wird eine Verbesserung der Sportinfrastruktur angestrebt, von der sowohl der Breitensport als auch der Spitzensport (BSC Young Boys) profitieren können. Die Anlagen sollen öffentlich zugänglich bleiben; exklusive Nutzungen einzelner Akteure sind nicht vorgesehen.
  • Veranstaltungen: Die Allmenden sollen ihre wichtige Rolle als Veranstaltungsort für die Stadt Bern behalten, ohne dafür die Veranstaltungsflächen zu vergrössern. Die Flächen werden multifunktional gestaltet, sodass sie ausserhalb von Veranstaltungen als attraktive Freiräume für die Bevölkerung zur Verfügung stehen. Eine räumliche Verschiebung der Veranstaltungsflächen ist denkbar, wenn dadurch für den Gesamtraum wesentliche Mehrwerte entstehen.

 

Auf dieser Grundlage soll nun ein Gesamtkonzept entwickelt werden, das den vielfältigen Interessen auf den Allmenden Rechnung trägt und gleichzeitig genügend Spielraum lässt, um auf zukünftige Bedürfnisse reagieren zu können. Dabei ist die Neuordnung der Allmenden als langfristiger Entwicklungsprozess zu verstehen. Um auf den Allmenden trotzdem zeitnah Mehrwerte zu generieren, sollen in der weiteren Planung jedoch auch kurzfristig umsetzbare Massnahmen geprüft werden.

Fortsetzung des Planungsprozesses ab 2027

sDer Gemeinderat legt dem Stadtrat die Stossrichtungen in Form eines Zwischenberichts vor. Nach der Behandlung durch den Stadtrat wird die Testplanung im Jahr 2027 fortgesetzt und weiterhin von einer breit abgestützten Jury begleitet, in der neben Vertreter*innen der Stadt auch Fachpersonen, Anspruchsgruppen und Quartiervertretungen Einsitz haben. In einer ersten Stellungnahme hat sich Thomas Ingold, Präsident vom Leist Bern Nord, sehr positiv zur Stossrichtung geäussert. Auch das Grüne Bündnis zeigt sich in vielen Punkten «zufrieden». Nicht so mit dem angedachten Parkhaus, welches auch der Arbeitsgruppe Städtebau Mobilität als «ein Dorn im Auge» erscheint.

Mit dem Abschluss der Testplanung ist bis Anfang 2028 zu rechnen. Basierend darauf folgt anschliessend das Planerlassverfahren für die Anpassung der Nutzungsplanung sowie die öffentliche Auflage. Das letzte Wort wird die Stimmbevölkerung haben.

www.bern.ch > Neuordnung Allmenden

www.leist-bern-nord.ch

www.psm-bern.ch

 

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