Eine faszinierende Reise durch die Clubgeschichte
Seit 1898 schreiben die BSC Young Boys (YB) eine so erfolgreiche wie interessante nationale und internationale Fussballgeschichte. 2006 wurde im Stade de Suisse das YB-Museum eröffnet. Museumsleiter René Hitz (58) gab uns spannende Einblicke in die Ausstellung zur Geschichte des berühmtesten Berner Fussballclubs.
«Das Museum erzählt die Club- und Stadiongeschichte des BSC Young Boys. In einer Zeitreise vom Gründungsjahr 1898 bis zur Gegenwart sind weit über 1000 Exponate zu sehen: Wimpel, Pokale, Trikots, Vasen, Pendulen, Bälle, Fussballschuhe, aber auch viel Bild- und Filmmaterial von den bedeutendsten Spielen und Spielern. Zu sehen sind z.B. die beiden Meister-Trophäen, die nach den zwei Hattrick-Meisterschaften (1909–1911 sowie 1957–59, auch noch Meister 1960) in den definitiven YB-Besitz übergegangen sind.»
Der passionierte Sportjournalist, Redaktor, Museumsgründer und damalige Leiter Charles Beuret hatte uns 2020 (Anm. d. Red.: Ausgabe 02) erste Einblicke in die Ausstellung zur Geschichte des gelb-schwarzen Berner Clubs gegeben.
Die Einleitung auf der Website machte neugierig auf ein Update der zwischenzeitlichen Entwicklungen und Geschehnisse von René Hitz, der dem BSC YB seit vielen Jahren beruflich und privat verbunden ist.
«Als ich 2012 zum BSC YB kam, wurde ich nach meinen Zielen gefragt.
Seinerzeit hatte ich bereits längere Zeit im Rahmen der Sponsoring-Tätigkeit bei Puma mit dem Club zusammengearbeitet und antwortete (lacht):
1. Ich wäre gern beim Stemmen des nächsten Meisterpokals und der Organisation der Meisterfeier dabei.
2. Wenn ich pensioniert werde, würde ich sehr gern die Leitung des Museums übernehmen.
Heute kann ich mit grosser Freude sagen, dass beides in Erfüllung gegangen ist.
Dem Fussball und meinem Club bin ich schon sehr lange verbunden – und natürlich dem Stadion Wankdorf, durfte ich doch beispielsweise 1969 das Cupfinal-Spiel St. Gallen–Bellinzona live miterleben.»
Eine spannende Zeitreise
Ausser bei Heimspielen ist das Museum während der Meisterschaft am Samstag von 14 bis 16 Uhr für alle geöffnet. Die meisten Besucher:innen buchen während der Woche Führungen, auf denen sie auf eine spannende Zeitreise durch die Clubgeschichte von 1898 bis heute mitgenommen werden und sich auf viele Erlebnisse und Anekdoten freuen können.
Schon der neu gestaltete Eingangsbereich mit dem Wandbild des Wankdorf-Stadions 2 und anderen interessanten Ausstellungsstücken zeigt das grosse Engagement und macht gluschtig, sich auf eine faszinierende Reise zu begeben.
Dabei kann das erste Trikot von 1903 – übrigens das älteste Trikot eines Schweizer Fussballclubs – ebenso bewundert werden wie der Hattrick-Meisterpokal von 1909, 1910 und 1911 und viele andere liebevoll arrangierte Exponate.
Die Möglichkeiten, sich mit den Meisterpokalen und anderen Erinnerungsstücken fotografieren lassen und im kleinsten Kino der Schweiz faszinierende Etappen der Clubgeschichte und entscheidende Tore noch einmal zu erleben, sind nur zwei der vielen Anziehungspunkte der ganz besonderen Ausstellung.
Das 125-Jahr-Jubiläum
Zu sehen ist die anlässlich des 125. Geburtstages von YB erstellte Club-Historik in Form einer «Fieberkurve», die im Jubiläumsjahr in einer Sonderausstellung des Berner Historischen Museums präsentiert wurde.
Im Museums-Kino finden die Besucher:innen darauf die wichtigsten geschichtlichen Etappen, Erfolge, Besucherzahlen und andere Statistiken, Daten über ehemalige (z.B. Boccia, Gesang, Turnen oder Frauen-Landhockey) Untersektionen des BSC Young Boys und die verschiedenen Spielstätten des BSC Young Boys. Das Stadion Wankdorf konnte 2025 sein 100-Jahr-Jubiläum feiern – mit der Einzigartigkeit, dass die Stadien Wankdorf 1 (1925–1953), Wankdorf 2 (1954–2001) und Wankdorf 3 (ab 2005) immer auf der gleichen Parzelle standen und YB nur während der Umbauarbeiten auf das Neufeld-Stadion ausweichen musste.
Prall gefüllte Gästebücher mit viel Lob und positiven Feedbacks
Die Fundstücke und Geschichten des Museums, dessen Besuch bleibende Erinnerungen hinterlässt, sind mit vielen Emotionen und Erinnerungen verbunden.
«Unsere Besucher:innen können sich in das Gästebuch eintragen», berichtet Hitz freudig: «Wir durften beispielsweise Moderator und Entertainer Harald Schmidt (inzwischen auch YB-Mitglied), 2024 (70 Jahre nach dem Wunder von Bern) und die DFB-Delegation, im März 2026 (40 Jahre nach dem 1986er-YB-Meisterschaftstitel), das damalige Meister-Team und natürlich auch die Nachkommen von Hans Kämpfer (Meisterspieler von 1903) bei uns begrüssen.»
Die prall gefüllten Gästebücher mit positiven Rückmeldungen, viel Lob und tollen Fotos dokumentieren diese Erinnerungen. Die an den Anlässen übergebenen Trikots mit allen Unterschriften können im Museum ebenso bewundert werden wie Geschenke und Wimpel von grossen europäischen Mannschaften sowie Exponate der Frauen-Fussball-Europameisterschaft 2025.
«YB macht Schule»
«Einmal pro Jahr können Schulklassen beim Projekt ‹YB macht Schule› im Rahmen eines halbtägigen Programms lebendigen Geschichtsunterricht bei uns erleben», berichtet René Hitz über die weiteren Aktivitäten. Die grosse Verbundenheit, Leidenschaft und Begeisterung mit dem Club wird dokumentiert mit über 27000 Mitgliedern, davon über 22000 Saisonkarten (alleine ca. 1800 im Breitenrainquartier).
Für fast jede:n etwas dabei
«Wir durften schon viele berühmte Personen aus den verschiedensten Bereichen bei uns willkommen heissen und organisieren regelmässig Firmenanlässe, auch mit Apéros. Es ist für fast jede:n etwas dabei und wir können die Leute nur ermuntern, einmal vorbeizukommen.»
Lieber René, vielen Dank für dieses spannende Interview!
Wir wünschen euch alles Gute!
Für weitere Informationen:
René Hitz, r.hitz@bscyb.ch