BÜCHERTAUSCH IM BREITSCH-TRÄFF

Ich denke, also bin ich, oder: Ich lese, also tausche ich

Was während des Corona-Lockdowns im Breitsch-Träff als «Bücher-Takeaway» begann und die Möglichkeit zu einem kurzen persönlichen Austausch bot, wurde zum regelmässig durchgeführten Büchertausch. Am 19. Mai darf wiederum getauscht, gekauft und gestöbert werden. Und immer noch mit viel Raum für den persönlichen Austausch.

Martin Jost
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Tina Dietrich ist vorbereitet auf den nächsten Büchertausch. Bilder: mj/zVg

Jäger beherrschen das Fährtenlesen, die Lehrerin liest im Gesicht der Schulkinder und erfasst deren Stimmung und Fussballer lesen den nächsten Spielzug. Das und noch viel mehr wird mit «Lesen» in Verbindung gebracht. Im eigentlichen Sinn ist Lesen jedoch die Fähigkeit zur Aufnahme von schriftlich festgehaltenen und sprachlich formulierten Gedanken. Beispielsweise aus einem Buch. Wer das oft und gerne tut, muss sich mit dem Ausdruck «Leseratte» abfinden.

«Das braucht man jedoch nicht zu sein, um am Büchertausch teilzunehmen», betont die Mitorganisatorin Tina Dietrich. «Alle sind willkommen, also auch Menschen, die nur gelegentlich lesen oder ganz einfach neugierig sind und Lust auf Begegnungen haben.» Der Anlass, der mehrmals jährlich stattfindet, habe sich zu einem fixen Bestandteil des Angebotes im Breitsch-Träff entwickelt, erfreulicherweise mit einem wachsenden Interesse. «Das Publikum ist sehr unterschiedlich», sagt Tina Dietrich, die als Buchhändlerin nicht nur über viel Fachwissen, sondern berufsbedingt auch über beste Informationen rund um das Buch verfügt. Der Ablauf des Büchertausches sei sehr unkompliziert, die Bücher können gebracht, getauscht oder für einen freiwilligen Betrag in die Kollekte gekauft werden.

Leseratten leben länger

«Etwa eine Stunde vor Beginn machen wir den Aufbau», sagt die Mitorganisatorin, «wenn die ersten Besuchenden kommen, finden sie auf den Tischen beim Eingang vor allem aktuelle Highlights, die anderen Bücher stellen wir nach Genre aus und die Bücher, welche die Leute mitbringen, reihen wir entsprechend ein.» Der Träff sei während des Anlasses bewirtet, das fördere eine entspannte Atmosphäre und damit den Austausch unter den Besuchenden. «Es ist sehr schön und bereichernd für die Stimmung, wenn Leute, die sich nicht kennen, an einem Tisch sitzen und durch ein Buch in ein lebhaftes Gespräch vertieft sind.» Lesen stillt den Wissensdurst, macht neugierig und legt Gedanken frei. Immerhin hat das geschriebene Wort auch schon die Welt und ganze Gesellschaften verändert. Ein Ende des Lesens ist nicht absehbar, in welcher Form auch immer. Und schliesslich setzt Tina Dietrich noch ein unschlagbares Argument obendrauf: «Lesen ist gut für die Gesundheit und kann das Leben um bis zu zwei Jahre verlängern», sagt sie und liegt damit vollkommen richtig, wie verschiedene Studien belegen. Gemäss diesen fördert das Lesen die Entspannung, steigert die emotionale Intelligenz, verhilft zu besserem Schlaf und zu geistiger Fitness.


INFO

Nächster Büchertausch im Breitsch-Träff:

19. Mai, 17.00–19.00 Uhr

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