ALTENBERG-RABBENTAL-LEIST – HV 2026

Unerwünschte Vögel bleiben, andere kommen nicht und der Vorstand wächst

Anlässlich der Hauptversammlung des Altenberg-Rabbental-Leistes (ARL) berichteten der Präsident Ulrich Kriech und weitere Vorstandsmitglieder von bewährten Aktivitäten im letzten Jahr und präsentierten neue Ideen, um die Menschen im Quartier einander näherzubringen. Für einmal war der fehlende ÖV kein Thema, dafür gaben Vögel zu reden.

Martin Jost
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Präsident Ulrich Kriech heisst die Anwesenden zur 154. HV des ARL willkommen.

Der Ort der Hauptversammlung, das Bistro Alpenblick der Stiftung Diaconis, ist der gleiche wie in den vergangenen Jahren, der Präsident, Ulrich Kriech, ist auch der gleiche und das Publikum ist mindestens ähnlich. Es dürften jedoch schon ein paar mehr sein, stellt der Präsident zur Begrüssung fest und erwähnt mit einem Augenzwinkern, dass die Vorstandsmitglieder fast zahlreicher seien als die restlichen Teilnehmer. Der Grund dafür liege wohl darin, dass nur via E-Mail und dem Vereinsorgan «AareBlick» eingeladen wurde, nächstes Jahr werde wohl wiederum zusätzlich der Flyer verteilt. Im Weiteren ist ihm wichtig zu erwähnen, dass die letztjährige Einführung eines Systems für bargeldloses Zahlen erfolgreich war; damit habe der Leist wertvolle Spenden eingenommen, für die sich Ulrich Kriech herzlich bedankt. Als Nächstes genehmigen die Mitglieder das letztjährige Protokoll und den Jahresrückblick, der vorgängig im Vereinsorgan publiziert worden ist. Dass ein Informatiker auch mit Zahlen aus dem Rechnungswesen umgehen kann, belegt Helmut Zohren, der anschliessend den Jahresabschluss mit einem Gewinn von rund 1500 Franken präsentiert. Eine leichte Erhöhung der Mitgliederbeiträge und verringerte Ausgaben haben unter anderem zum positiven Ergebnis beigetragen.

Erstmals ein Flohmi

Die Revisionsstelle attestiert dem Verein eine korrekte Buchführung und die Jahresrechnung wird genehmigt. Beim Ausblick auf das Jahresprogramm 2026 geht es vorerst um das traditionelle Mai-Konzert im Botanischen Garten (BOGA), dazu übergibt Ulrich Kriech das Wort an Sebastian Lötscher. Der Musiker empfiehlt das bevorstehende Konzert des Duos Regula Küffer & Nick Perrin und erwähnt die Besonderheit, dass Regula Küffer bereits beim ersten BOGA-Konzert vor 50 Jahren aufgetreten war. Danach erhebt sich Thomas Kramer aus der gut besetzten Reihe der Vorstandsmitglieder und berichtet über eine erstmalige Veranstaltung des ARL, nämlich einen Quartier-Flohmarkt. Mit einem Flyer an alle Haushalte werden die Anwohnenden über die Details informiert und können mitteilen, ob sie am Flohmi vom 6. Juni mitmachen und damit das Bestreben nach vermehrten Begegnungen im Quartier unterstützen. Anschliessend blickt Christoph Kühnhanns auf den wiederum sehr erfreulichen und erfolgreichen Adventsanlass zurück und versichert, dass der Samichlaus auch dieses Jahr erscheinen wird.

Neuer Quartierzirkel

Nebst dem Flohmi wird gleich noch ein weiteres neues Projekt vorgestellt. Der Leist lanciert einen Quartierzirkel, der bereits im «AareBlick» vorgestellt wurde. Es ist ein Vorhaben, welches das Wissen, die praktischen Fähigkeiten und den Austausch zu unterschiedlichsten Themen in einer offenen Organisationsform fördern will. Sei es ein Kochclub oder ein Lesezirkel, gehe es um Nachbarschaftshilfe für den Alltag oder um Unterstützung bei Reparaturarbeiten: Alles ist möglich und der Leist bietet dazu seine Informationskanäle. Helmut Zohren ruft die Mitglieder auf, Interessierte zu gewinnen und anschliessend den Vorstand zu kontaktieren. Nach dem Ausblick wird das Budget 2026, das einen Gewinn von 90 Franken ausweist, genehmigt und Ulrich Kriech leitet über zu den Wahlen, die eine Vermutung bestätigen: Der Vorstand wächst nämlich von sieben auf neun Mitglieder. Der Präsident bedauert den Austritt von Raffael Dettling, der aus Bern wegzieht, freut sich jedoch sehr, mit Sara El Basbasi, Sebastian Lötscher und Christiane Hahnloser drei junge Leute vorzustellen, die einstimmig in den Vorstand gewählt werden.

Vögel und Hitzeinseln

Schliesslich ist zum Schluss der Versammlung noch von Vögeln die Rede. Es gibt solche, die man sich wünscht; Wanderfalken zum Beispiel oder Uhus. Aber die wollen sich einfach nicht an der Kornhausbrücke niederlassen, obwohl auf Anregung des ARL ebendort ein Nistkasten installiert wurde. Andere gefiederte Mitbewohner wünscht man sich weniger und bringt sie nicht mehr weg. Krähen zum Beispiel. Eine Quartierbewohnerin beklagt sich über den Lärm und vor allem über deren Aggressivität gegenüber anderen Tieren, die so weit gehe, dass Singvögel oder Eichhörnchen wegbleiben und gar Katzen gefährdet seien. Die Frau erhält Unterstützung durch andere Mitglieder und Ulrich Kriech versichert, dass der Leist diesbezüglich mit der Stadt in Kontakt ist und diesen intensivieren will.

Im Anschluss an die Versammlung referiert der Klimatologe Moritz Burger anschaulich über urbane Hitzeinseln in Bern und deren Einfluss auf die Temperaturen. Von mehreren Möglichkeiten, die städtischen Temperaturen zu drosseln, so der Wissenschaftler, muss mehr Wasser zum Verdunsten vorhanden sein, was wiederum einen höheren Anteil an Grünflächen zur Bindung von Wasser voraussetzt. Ob allenfalls die steigenden urbanen Temperaturen gewisse Vögel daran hindern, sich unter der Kornhausbrücke anzusiedeln, bleibt ungeklärt. Das darf sein, denn es muss nicht alles an einer einzigen Zusammenkunft beantwortet werden. Schliesslich war es erst die 154. Hauptversammlung des Leists und weitere werden folgen.

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Ein erhöhter Anteil an Grünflächen trägt zur Senkung der Temperaturen bei.
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Der Balkon im Bistrot Alpenblick ist fast zu klein für den vergrösserten Vorstand.
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BEA 24. April – 3. Mai 2026 in BERN