LEIST BERN NORD – HV 2026

Von Finanzen, Mitgliederbeiträgen und Allmenden

Der Leist wollte nie Geld horten, sondern einsetzen für die Bewohnenden des Quartiers. Das geht zulasten des Vermögens. Durch eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge soll das jährliche Defizit gestoppt werden. Auch die Neuordnung der Allmenden war ein wichtiges Thema. Präsident Thomas Ingold hielt ein aufschlussreiches Referat darüber.

Martin Jost
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Bilder: mj

52 Personen erschienen zur 135. Hauptversammlung des Leist Bern Nord (LBN) im Nationalen Pferdezentrum. Es seien so viele wie schon lange nicht mehr, sagte der Präsident Thomas Ingold zur Begrüssung und äusserte sogleich den Wunsch nach einer kleinen Änderung der Traktandenliste. Die gewünschte Erhöhung der Mitgliederbeiträge solle nicht am Schluss als Antrag des Vorstandes, sondern vor dem Traktandum Budget behandelt werden. Damit werde die Kassierin Claudia Rösli bereitswährend der Versammlung ein verbindliches Budget 2026 vorlegen können. Gut möglich, dass Thomas Ingold vermutet hatte, dass eine Anpassung der Beiträge zu lebhaften Diskussionen führen könnte. So war es denn auch, wie sich später herausstellte. Vorerst genehmigten die Anwesenden das Protokoll vom Vorjahr und der Präsident präsentierte den Jahresbericht. In einemüber alles gesehen ruhigen Jahr habe sich der Leist vielen Projekten gewidmet, sich dort eingebracht, wo es aus seiner Sicht Sinn machte, ob dafür oder dagegen. Sehr aufmerksam verfolgte der LBN die Entwicklung zur Neuordnung der Allmenden, Thomas Imgold kündigte dazu einen Vortrag zum Schluss der Versammlung an.

Erfolgreiches Engagement

Eine der Aktivitäten betraf das Projekt der neuen Poststelle Schönburg, für die sich der Leist lange und hartnäckig eingesetzt hatte. «Steter Tropfen höhlt den Stein», stellte der Präsident zufrieden fest, ein Grundsatz, den der Leist weiterhin leben werde. Auch beim Projekt zur Verbesserung der Verkehrssituation rund um die Haltestelle von Bern- Mobil am Guisanplatz hat sich der Leist – gemeinsam mit grossen Anstössern – erfolgreich eingebracht. Dass Thomas Ingold der Umgestaltung der Optingenstrasse besondere Beachtung schenkte, ist naheliegend, da er in unmittelbarer Nähe wohnt. Er ist zufrieden mit der Optimierung. Zu seiner Freude trägt bei, dass die von der Stadt angekündigte Anzahl der Parkplätze bis jetzt eingehalten wurde. Er werde das weiterhin kontrollieren, versicherte er. Wer seine Umtriebigkeit kennt, weiss, dass das so sein wird. Schliesslich wurde der Jahresbericht genehmigt, das Wort gehörte nun Claudia Rösli, sie präsentierte die Jahresrechnung. Sie musste mitteilen, dass das Vermögen des Vereins zwar 30000 Franken beträgt, allerdings wiederum gesunken ist. Der Rückgang entspricht mit rund 2000 Franken dem Verlust in der Erfolgsrechnung.

Budget mit Gewinn

Die Kassierin machte in den vergangenen Jahren immer wieder auf einen jährlichen Fehlbetrag von rund 2500 Franken aufmerksam. Eine Rendite werde zwar nicht angestrebt, ein dauerhaftes Defizit müsse jedoch verhindert werden, warnte sie, und: «Ohne Einnahmen könnten wir etwa zwei bis drei Jahre weitermachen. Mehr aber nicht.» Diese war Anlass für Erkenntnis das Anliegen von Thomas Ingold, die Erhöhung der Mitgliederbeiträge im Rahmen der Budgetierung zu behandeln. Vorerst jedoch wurde die Jahresrechnung trotz des Verlustes genehmigt und die Revisionsstelle attestierte dem Verein eine korrekte Buchführung. Auf die Wahl des Vorstandes konnte verzichtet werden, die Mitglieder sind jeweils für zwei Jahre gewählt. Nach der Ehrung des BSC Young Boys für 25 Jahre Mitgliedschaft im Leistund nach einem Ausblick auf das bevorstehende Tätigkeitsprogramm eröffnete der Präsident die Diskussion rund um die Erhöhung der  Mitgliederbeiträge. Es entstand eine lebhafte Diskussion mit verschiedenen Vorschlägen, die nicht nur das hohe Engagement der Mitglieder zum Ausdruck brachte, sondern auch deren grundsätzliches Einverständnis zu einer Anpassung der Beiträge. Die Stimmen, die sich gegen die deutliche Erhöhung gemäss dem Vorschlag des Vorstandes aussprachen, begründeten dies mit der Gefahr möglicher Austritte. Dieses Argument schien zu überzeugen und schliesslich fand ein Kompromiss die eindeutige Zustimmung der Mitglieder. Was der flinken Buchhalterin Claudia Rösli ermöglichte, in kürzester Zeit ein Budget mit einem kleinen Gewinn zu präsentieren, welches einstimmig angenommen wurde.

Die Haltung zu den Allmenden

Der statuarische Teil war somit abgeschlossen, wie angekündigt folgte das Referat von Thomas Ingold, der die Situation rund um die Allmenden sehr informativ beleuchtete. Im Rahmen der Mitwirkung unterstützt der Verein im Grundsatz das Projekt «Allmendba nd+» und hat bei der Stadt eine entsprechende Stellungnahme eingereicht. Diese Variante würde die vielfältige Nutzung wie bisher am ehesten sicherstellen, so Thomas Ingold, auch weil darin das unterirdische Parking sowie die Trainingsfelder des BSC YB vorgesehen sind. Der Leist unterstützt diese beiden umstrittenen Punkte, jedoch mit der Auflage, dass der Fussballclub kein Exklusivrecht besitzt. Eine Konsultativabstimmung unter den Mitgliedern ergab eine klare Zustimmung zur Haltung des Vorstandes, zu der auch eine breite Überbrückung beider Allmenden gehört. Bis zur Neuordnung der Allmenden werde noch sehr viel Zeit verstreichen, stellte Thomas Ingold klar. Höchste Zeit war es nun für den gemütlichen zweiten Teil der HV, traditionell mit Beinschinken und Kartoffelsalat.

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