Zankapfel Fussballfelder
Auf den Allmenden prallen verschiedene Nutzungen aufeinander. Die Stadt will die Kleine und Grosse Allmend deshalb aufwerten und hat die Bevölkerung zur Mitwirkung bezüglich der künftigen Gestaltung eingeladen. Dieser Prozess läuft noch bis Ende Monat.
Die Berner Allmenden sind wichtige gemeinschaftlich genutzte Frei- und Grünräume. Die Stadt Bern will diese künftig aufwerten, die Aufenthaltsqualität verbessern und die Nutzungen besser aufeinander abstimmen. Die Stadt hat zusammen mit Fachexpert:innen und Interessengruppen verschiedene Vorschläge für die künftige Nutzung und Gestaltung der Allmenden entwickelt (vgl. AfdN-Ausgaben 12/2025 und 1/2026). Noch bis Ende Monat ist die Bevölkerung zur öffentlichen Mitwirkung eingeladen. Parallel dazu läuft eine Online-Umfrage.
Breite Nutzung…
Unbestritten ist, dass die Allmenden stetig unter stärkerem Druck stehen. Denn der Freiraum im Nordosten der Stadt ist beliebt. Hier trainiert der Fussballclub neben dem Rugbyteam, der Spaziergänger mit Hund kreuzt die Gleitschirmpilotin und während die Mitglieder des Hornusservereins ihre Abschläge üben, sausen Kids mit ihren Velos über den Pumptrack.
…grosse Chance
«Wir haben die Chance, die verschiedenen Bedürfnisse anzuschauen und einen Kompromiss auszuhandeln», sagt Noémie Augustin, die bei Stadtgrün Bern für die Neuordnung der Allmenden zuständig ist. Dabei müsse man ehrlich genug sein und klar sagen, dass nicht alle Interessen zu hundert Prozent miteinander vereinbar seien. «Aber es gibt Bedürfnisse, die sind besser zu vereinen, als ursprünglich gedacht.»
Keine exklusiven YB-Felder
Ein besonderer Zankapfel sind die geplanten Kunstrasenfelder, die einem langersehnten Wunsch des Fussballclubs YB entsprechen. Obwohl der Mangel an solchen Trainingsplätzen in Bern seit Jahren allen bestens bekannt ist, werden gerade diese von diversen Seiten vehement bekämpft. Zum Teil mit ideologisierten, teilweise bewusst irreführend wiedergegebenen Aussagen. So stimmt es nicht, dass YB die Plätze exklusiv für sich nutzen will. Ein Faktum, das seit Längerem bekannt ist. Dem Schreibenden, der in anderer Funktion eng mit dem Amateurfussball verbunden ist, wurde seitens von YB-Präsident Marcel Brülhart schon vor Monaten versichert, dass die beiden angedachten Plätze auf der Allmend auch dem Breitensport, will heissen Amateurvereinen, zur Verfügung stehen würden. Also keine «rein kommerzielle Nutzung» vorgesehen sei, wie etwa argumentiert wurde. Und auch, dass die Trainingsfelder auch dem Frauenfussball zugutekommen sollen, ist kein Primeur, wie dies kürzlich in diversen Medienberichten suggeriert wurde. So oder so: Man darf gespannt darauf sein, was die öffentliche Mitwirkung und die Online-Umfrage aufzeigen. Anfang Woche hat sich auch der Leist Bern Nord klar für eine Variante mit Trainingsfeldern ausgesprochen.