Und noch ein Stolperstein
2016 stimmte die Bevölkerung von Ostermundigen, 2017 jene der Stadt Bern und 2018 der kantonale Souverän für ein Tram von Ostermundigen nach Bern. Eigentlich sollte es ab 2027 rollen. Doch insbesondere aufgrund von Einsprachen verzögert sich das Projekt immer wieder.
Er hoffe, dass das Tram Anfang der 2030er-Jahre in Betrieb gehe, sagte Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) im Juni 2025. Doch die Verzögerungen führen zu immer weiteren politischen Querelen. Neuestes Beispiel: Ein Komitee um Jorgo Ananiadis (Piratenpartei) will in Ostermundigen eine Volksinitiative für einen Doppelgelenkbus lancieren. Das Initiativkomitee begründet seine Forderung nach Grossbussen mit den Verzögerungen beim Tramprojekt. Ernüchtert müsse man feststellen, dass nach wie vor kein verbindlicher, umsetzungsreifer Plan vorliege, wird argumentiert.
Quartierorganisationen für Prüfung
Auch die offiziellen Organisationen (Dialog Nordquartier und QUAV4) der vom Tram 10 betroffenen Quartiere fordern eine Prüfung der Variante Doppelgelenkbus durch die Regionalkonferenz Bern-Mittelland. Darauf angesprochen, bezeichnet Urs Jost (EVP) vom Dialog gegenüber Berner Zeitung/BUND, dass die Doppelgelenkbusse als Übergangslösung gedacht seien, weil das Tram nicht vorankommt.
Mehrfach geprüft
Gemäss Thomas Iten, Gemeindepräsident von Ostermundigen, habe die Regionalkonferenz die Frage Bus oder Tram mehrfach geprüft und werde die Thematik kaum neu aufrollen. So wie die angedachte Volksinitiative formuliert sei, wäre sie eh nicht umsetzbar, ergänzt Iten. Auch als Überbrückungslösung taugen Doppelgelenkbusse für Iten nicht. «Denn dann müssten wir die Bernstrasse zweimal aufreissen, zuerst für die Grossbusse, dann fürs Tram.» Dies wäre «eine Verschwendung von öffentlichen Geldmitteln und eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung.»
Nachfrage wird steigen
«Die Nachfrage rechtfertigt bereits heute ein Tram nach Ostermundigen», erklärt Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer. Mit der geplanten Siedlungsentwicklung werde diese weiter ansteigen. Zudem müssten Grossbusse zu den Stosszeiten im 2,5-Minuten-Takt verkehren, was im Stossverkehr oft nicht einzuhalten wäre. Bei Trams würde ein 6-Minuten-Takt genügen. Sicher wie das Amen in der Kirche ist und bleibt: Fortsetzung folgt.