CURLING BERN

Runde Steine, Besen, glattes Eis und soziales Miteinander

In der Curlingbahn Allmend AG wird Curling in allen denkbaren Varianten angeboten; der Bogen reicht von Curling für Kinder über Elitesport, von Curling im Rollstuhl bis Plausch-Curling für Gruppen sowie Kurse für jede Stufe. Daneben gibt es viel Platz und Möglichkeiten für Events, Seminare, Bankette und Gastronomie.

Martin Jost
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Einschliesslich der Eishalle mit Zuschauertribüne sind im Gebäude der Curlingbahn Allmend ein Restaurant und mehrere Seminar-, Bankett- und Kongressräume integriert.

Isabel Kleemans sagt: «Es ist eine tolle Kombination aus Sport und sozialem Leben», und meint damit Curling, also jene Sportart auf Eis, bei der zwei Teams mit je vier Mitgliedern versuchen, mehr Steine möglichst nahe der Zielmarke zu platzieren als das gegnerische Team. Sie muss es wissen; nicht nur, weil sie Geschäftsführerin von Curling Bern ist, sondern auch, weil sie eine sehr erfolgreiche Juniorin war mit mehreren Teilnahmen an Schweizer- und Weltmeisterschaften mit dem Höhepunkt einer WM-Bronzemedaille. Die erwähnte Kombination mache sich unter anderem dadurch bemerkbar, dass ständig ein Austausch stattfinde, sei es auf oder neben dem Eis.

Isabel Kleemans spricht damit jenen «Spirit of Curling» an, der einige der Besonderheiten dieses Sportes mit Ursprung in Schottland beinhaltet. Fairplay ist dabei zentral; so wird Curling ohne Schiedsrichter gespielt, bei Meinungsverschiedenheiten müssen sich die Teams während des Spiels einigen. Der Austausch geht auch nach dem Spiel weiter: «Es ist bis heute so, dass die beiden Teams nach dem Match in das Restaurant gehen, wo das Siegerteam den Verlierern ein Apéro offeriert.»

«Einfach mal ausprobieren»

Toleranz und Respekt gehören ebenfalls zu jenem Ehren- und Verhaltenskodex, in dem auch festgehalten ist, dass alle Standesunterschiede auf und neben dem Eis aufgehoben sind. Die meisten Curler seien sehr offene Menschen, kommunikativ, mit einer Vorliebe für Geselligkeit und Gemeinschaftssinn, weiss die Geschäftsführerin, und: «Trotz allem: Es ist und bleibt ein Sport. Vor allem das Wischen, das ‹Bäsele›, ist ein Ganzkörpertraining und kann physisch richtig anstrengend sein; dazu kommt eine anspruchsvolle Technik und man muss mitdenken.» Am besten, findet sie, soll man es doch einfach mal ausprobieren.

Möglichkeiten dazu gibt es viele, beispielsweise bei einem Schnupper-Kurs oder einem Grundkurs zum ernsthaften Einstieg in den Curlingsport. Um sich einfach mal mit Besen und Stein auf glattem Eis zu bewegen, gibt es das Plausch-Curling als betreuten Team-Event oder die «Open-Ice-Fridays», wo Einzelpersonen oder Paare Curling ausprobieren können.

Kein Zwang, viel Freiraum

Dass Kindern schon sehr früh die Möglichkeit gegeben wird, den Curlingsport kennenzulernen, ist für Isabel Kleemans als zweifacher Mutter von besonderer Wichtigkeit. Dafür hat Curling Bern das Nachwuchszenter aufgebaut: «Jeweils am Mittwochnachmittag bieten wir Kindern ab sechs Jahren die Möglichkeit eines Trainings an, betreut von ausgebildeten J+S-Leiterinnen und -Leitern. Dabei ist Curling nur ein Teil davon. Es geht vor allem um Bewegung, es ist einfach ein sehr abwechslungsreiches Programm auf dem Eis für Kinder während eineinhalb Stunden.»

Im sehr moderaten Preis für die ganze Saison sei das Material enthalten, ergänzt die Geschäftsführerin mit dem Hinweis, dass die ersten drei Trainings kostenlos sind, damit die Kinder ohne Zwang einfach mal schnuppern können. Überhaupt fällt auf, dass die Curling-Szene stark von Individualität geprägt ist und dass dieses typische Merkmal von Curling Bern gelebt wird.

So auch bei der Zusammensetzung eines Teams für die Teilnahme an einem Turnier. «Das geschieht auf Eigeninitiative der Spielerinnen und Spieler», so Isabel Kleemans, «die Teams bilden sich selbst und bestehen oft nur kurz in derselben Zusammensetzung, beispielsweise eben nur für ein Turnier.» Ob jung oder alt, männlich oder weiblich oder als gemischtes Team aus Menschen ohne Beeinträchtigung und solchen im Rollstuhl, der Gestaltung der Teams sind keine Grenzen gesetzt; was wiederum ein Indiz ist für die Kultur der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen innerhalb der Curling-Szene.

Inklusive Meisterschaften

Im kommenden Februar finden in der Curlingbahn Allmend AG die Schweizer Meisterschaften statt, zum zweiten Mal hintereinander und zum zweiten Mal unter Einbezug des Rollstuhlsports. «Das Nebeneinander von Elite- und Rollstuhlsport war ein so schöner Anlass, dass wir diesen wiederum so durchführen werden.»

Es sei für alle eine Bereicherung gewesen, blickt die Chefin von Curling Bern zurück, nicht nur für die Aktiven; auch die Breite habe dadurch Einblick erhalten in den Behindertensport und dass die Finals beider Kategorien parallel gespielt wurden, habe ebenfalls zur Sensibilisierung beigetragen.

Dass die Curlingbahn Allmend AG als grösste Anlage der Schweiz prädestiniert ist für die Ausrichtung grosser Anlässe, ist naheliegend. Ebenso wichtig wie die Grösse ist die ideale Erreichbarkeit mit öffentlichem und privatem Verkehr. Und natürlich die Infrastruktur nebst den 8 Spielbahnen.

Dazu gehören in der Anlage, die seit 25 Jahren besteht und finanziell selbsttragend ist, mehrere Seminar- und Banketträume sowie ein öffentliches Restaurant. Trotz aller positiven Auswirkungen dieses soliden Fundamentes, zentral ist und bleibt das Curling als Sportart, die heute, so Isabel Kleemans, im Gegensatz zu vergangenen Zeiten ganz ohne elitäres Drumherum auskommt und einen sehr niederschwelligen Zugang bietet. «Idealerweise beginnt man mit einem Grundkurs; dafür ist keine Zugehörigkeit zu einem Club nötig.»

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Die Curlingbahn Allmend verfügt über 8 Rinks (Spielbahnen) und ist die grösste Curlinghalle der Schweiz.
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Sie leitet seit 5 Jahren die grösste Curlinganlage der Schweiz: Isabel Kleemans.
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