Mitwirkung zur künftigen Gestaltung gestartet
Die Stadt Bern startet die öffentliche Partizipation zur künftigen Nutzung und Gestaltung der Allmenden. Bis Ende Februar zeigt eine Ausstellung im Messezentrum BERNEXPO Vorschläge von Fachleuten, wie die vielfältigen Aktivitäten auf der Grossen und der Kleinen Allmend besser koordiniert werden könnten. Das Partizipationsangebot umfasst unter anderem auch eine Online-Umfrage sowie Anlässe spezifisch für Kids und Jugendliche.
Die Grosse und die Kleine Allmend – getrennt durch die Autobahn – lassen (fast) niemanden kalt. Dies auch, weil sie wertvolle gemeinschaftlich genutzte Grünräume im dicht besiedelten Nordosten Berns darstellen. Gleichzeitig kollidieren die historisch gewachsenen Nutzungen teilweise miteinander. Nun tritt die Auseinandersetzung um den öffentlichen Freiraum in eine neue Phase. In den vergangenen Monaten haben deshalb drei Teams mit Fachleuten verschiedener Planungsdisziplinen Varianten zur Neuordnung der Grossen und der Kleinen Allmend erarbeitet. Zentrale Themen der Testplanung sind die Verlagerung der oberirdischen Parkplätze, die Koordination der Nutzungen sowie die Verbesserung der Aufenthaltsqualität.
Der Blick zurück
Vor rund 150 Jahren hatte die Stadt die Allmend der Burgergemeinde abgekauft, weil sie militärisches Übungsgelände brauchte. 1933 entwarf die Stadtregierung den ersten Grünraumplan und belegte die Allmend mit einem Überbauungsverbot. In den letzten Jahrzehnten wurde die öffentliche Freifläche trotzdem sukzessive angeknabbert – auch weil die Allmend zum brummenden Entwicklungsschwerpunkt Wankdorf (ESP) gehört, einem der wirtschaftlich dynamischsten Orte des ganzen Kantons. Es entstanden etwa vielfältige Sportinfrastruktur oder Messegebäude der BERNEXPO. Während Grossanlässen dienen Teile der Allmend zudem jeweils als Parkplatz.
Breitgefächerte Mitwirkung
Mitte Januar haben Matthias Aebischer, Direktor für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, und die Projektverantwortlichen sieben Varianten (siehe Box) für die künftige Nutzung und Gestaltung der Allmenden präsentiert. «Die Vorschläge der Fachteams sind die ideale Basis für den Austausch mit der Bevölkerung, den Quartieren und Vereinen», sagte Matthias Aebischer. «Wir wollen die Ideen breit spiegeln und daraus gemeinsam ein Bild für die künftige Entwicklung der Allmenden formen.» Und Noémie Augustin, zuständige Projektleiterin bei Stadtgrün, ergänzt: «Wir möchten die Allmenden einladender gestalten, und sie sollen auch ihre Leistung für das Stadtklima besser erfüllen.» Eine erste Grundlage bilde daher die von den drei Teams erarbeiteten sieben Varianten, welche eine Art Auslegeordnung dafür bilden, wohin es mit den Allmenden künftig gehen könnte.
Verschiedene Formate
Bereits stattgefunden hat ein sogenannter Mitwirkungstag, an dem, wer wollte, die Varianten mit den Planungsteams und Jurymitgliedern diskutieren konnte. Die Ausstellung ist darüber hinaus bis Ende Februar jeweils am Montagnachmittag und am Freitagnachmittag zugänglich. Auf Wunsch sind individuelle, fachlich begleitete Führungen für Gruppen möglich. Am Mittwoch, 11. Februar 2026, wird die Ausstellung im Kompaktformat im Berner Generationenhaus gezeigt. Rückmeldungen können vor Ort abgegeben werden. Begleitend dazu kann die Bevölkerung ihre Erwartungen an die künftige Entwicklung der Allmenden in einer Online-Umfrage kundtun.
Das Stimmvolk hat das letzte Wort
Nach Abschluss der öffentlichen Partizipation werden zuhanden des Stadtrats die Eckwerte für die weiteren Planungsschritte ausgearbeitet. Anschliessend wird die Testplanung konkretisiert, wobei der Austausch mit der interessierten Bevölkerung aufrechterhalten bleibt. Nach Abschluss der Testplanung folgt das Planerlassverfahren für die Anpassung der Nutzungsplanung sowie die öffentliche Auflage. Das letzte Wort wird die Stimmbevölkerung in einer Volksabstimmung, frühestens 2027, haben.
Pro und Kontra
Hitzige Debatten und Diskussionen dürften die Neuordnung der Allmenden so oder so über den Mitwirkungsprozess hinaus begleiten. Zeitgleich mit dem Start der Bevölkerungsmitwirkung meldete sich denn auch das neu gegründete Komitee «Allmenden für alle». Es setzt sich aus verschiedenen grünen Parteien und diversen Bewegungen zusammen. Das Komitee begrüsst in einem Manifest die Weiterentwicklung der Allmenden, verwahrt sich aber gegen jegliche Kommerzialisierung. Demgegenüber setzt sich die Stadtbernische Vereinigung für Sport für eine breiter abgestützte Nutzung der Allmendflächen für den Breitensport ein. Dies sieht auch YB so: Auf Nachfrage wird etwa mit Vehemenz darauf hingewiesen, dass nicht angedacht sei, die dringend benötigten Trainingsfelder ausschliesslich durch YB-Teams zu nutzen, sondern dass auch andere Vereine darauf trainieren könnten.
Online-Umfrage:
www.map.bern.ch/survey123/share/b302296270064e7c8bedee7f06aad706
Schwarzbuch Allmenden:
www.sp-bern-nord.ch/sektion/ag-qvw/schwarzbuch
www.allmenden.ch
www.svs-bern.ch
VARIANTEN & VIDEO
Sämtliche Informationen zu den Varianten, zur Mitwirkung sowie ein Video zur künftigen Gestaltung der Allmenden sind unter diesem Link zu finden:
www.bern.ch/themen/planen-und-bauen/stadtentwicklung/freiraumentwicklung/neuordnung-allmenden